Braun Die Interviewerin Mathilde Maas, geliebt und bewundert für ihre respektlose Schreibe, fliegt von Basel nach München, zu ihm, zum grossen G., dem Star des deutschen Literaturbetriebs.
Neben ihr, am Fensterplatz, sitzt der stadtbekannte Psychiater Prof. L., der bei ihrem Namen zusammenzuckt. Denn er kennt sie gut, zu gut. Mit all ihren Vorzügen und Eigenheiten wird sie ihm von seinem Patienten Johnny Lachmann geschildert, seit sieben Jahren, dreimal die Woche – als Traumfrau, im wahrsten Wortsinn. Nicht aus Fleisch und Blut ist sie, sondern Stoff gewordene Phantasie. Prof. L. jedenfalls, auf dem Weg zum internationalen Ärztekongress, an dem er mit seinem bedeutenden Beitrag zur aktuellen Traumforschung erwartet wird, bringt die Begegnung mit Mathilde ganz schön ins Schleudern. Etwas, was er selbst nicht mehr für möglich gehalten hätte.
Im Kopf hat Mathilde nicht nur ihren besten Freund Johnny. Sie wird auch stets begleitet von ihrer AuMa, ihrer Grossmutter Auguste Mathilde de Zut, die mit ihrem epochalen Werk Adams Rippe furios gescheitert ist. Was nach ihrem Tod zum feministischen Standardwerk wird, kam zu früh, erntete Häme und Spott. Die Saat ist bei ihrer Enkelin aufgegangen, die rebellisch und unerschrocken die Welt durchaus auch durch ihre, AuMas Augen, sieht, und das ziemlich klar.
Im Hotel Vierjahreszeiten in München, am Vorabend der Lesung des Meisters, kommt es zum grossen Finale. Nicht nur in der Bar. Aber da auch. Und danach ist alles anders…

Evelyn Braun: Die Interviewerin
Xanthippe Verlag, 2021 / Fr. 34.80

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