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Yaghoobifarah Ministerium der Träume

Eingetaucht in Nasrins Welt: Die Kindheit in Teheran ist verblasst, dafür prägend das Ankommen in Deutschland, Lübeck. Die Distanz zur Mutter, dafür die enge Beziehung zur Schwester Nushin; der gemeinsame Aufbruch nach Berlin, um in der Grossstadt alle Freiheiten auszuleben; Nas gestaltet sich diese als Türsteherin einer Queer-Bar, kollektiv organisiert und nach der Schicht gut zum "Reste shoppen".
Diese Realität fällt in sich zusammen, als ihre Schwester stirbt. War es tatsächlich ein Unfall oder doch Suizid? Diese Frage treibt Nas im Rauschen der Trauer um, zugleich erhält sie das Sorgerecht für Nushins 14-jährige Tochter Parvin, die sich gegen alles sträubt: Die Ohnmacht nimmt mit jeder umgeblätterten Seite zu, ihre Bewältigung ist unkonventionell.
Erfasst vom Rausch der Erzählung, im literarischen Delirium aus greller 90er-Trash-Kultur, die nachhallt bis in die Gegenwart, ist dieses Buch ein wahres Leseerlebnis.

Hengameh Yaghoobifarah: Ministerium der Träume
Blumenbar Verlag, 2021 / Fr. 31.90