Abe Hanami

«Cherry war der Letzte einer Spezies vornehmer, reicher Müssiggänger, der edwardi-nischen Ära, die als Amateure in einer wissenschaftlichen Disziplin begannen und dann Experten wurden.»
Collingwood Ingram, genannt Cherry (1880-1981) war ein leidenschaftlicher und berühmter Sakuramori – ein Verehrer und Kenner der japanischen Zierkirsche, ein reisefreudiger und engagierter Autodidakt der Ornithologie und Botanik – ein Engländer…
Die Journalistin Naoko Abe beschreibt in dieser berührenden Biographie sein langes Leben, seinen Enthusiasmus und Verdienste vor allem rund um die japanische Zier-kirsche, die er in Japan für sich entdeckte, sammelte, züchtete und schlussendlich rettete, ums die dann nach Japan zurück zu bringen.
Als junger Mann reist Ingram u.a. mehrfach nach Japan, um dort neben Tokyo auch Berge und Wälder, geheime Palastgärten und Klöster zu erkunden. Vor allem aber ist er auf der Suche nach wilden Kirschbäumen, denen seine ganze Leidenschaft gehört. In der überhasteten Modernisierung Japans im 20. Jahrhundert werden diese jedoch, zu seiner grossen Enttäuschung, rücksichtslos abgeholzt und gleichzeitig für propagandistische Zwecke missbraucht.
In ihrem Buch verbindet Naoko Abe kunstvoll die Biographie des englischen Exzentrikers mit der Geschichte Japans und der kulturellen Bedeutung der Kirschblüte, die sich in Kirschblütenfesten - japanisch 'Hanami' für 花見 'Blüten betrachten' - auf der ganzen Welt spiegelt.
Ein faszinierendes Abenteuer der Reiseliteratur und ein spannendes Stück Zeit- und Kulturgeschichte.

Naoko Abe: Hanami
Die wundersame Geschichte des Engländers, der den Japanern die Kirschblüte zurückbrachte
Fischer Verlag, 2020 / Fr. 32.50

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.