Hertmans Die Fremde

Als Stefan Hertmans erfährt, dass seine zweite Heimat, der Ort Monieux in Süd-frankreich, vor tausend Jahren Schauplatz eines Pogroms durch die Kreuzritter war, begibt er sich auf Spurensuche. Und tatsächlich: unter den Überlebenden soll eine junge Frau christlicher Herkunft gewesen sein. Diese historisch ver-bürgte Figur lässt ihn nicht mehr los, er tastet sich Dokument um Dokument an ihr Leben heran und Kilometer um Kilometer folgt er ihrem Weg. Seine Suche wird zu einer unglaublichen Reise durch die Zeit, sowohl in die Welt des 12. Jahrhunderts als auch in die des 21. Jahrhunderts.
Die Normannin Vigdis, die aus Liebe zu David, dem Sohn des Rabbi, ihre Exi-stenz aufgibt und zu Hamutal wird, die alles verliert - und ganz alleine nach Je-rusalem aufbricht.
Mit seiner grandiosen literarischen Rekonstruktion dieser Geschichte von Liebe, Gewalt und religiöser Verfolgung ist Hertmans ein erschreckend gegenwärtiger Roman gelungen.
Ein historischer Roman über eine zeitlose Erfahrung: das Leben auf der Flucht.

Stefan Hertmans: Die Fremde
Hanser Verlag, 2017 / Fr. 31.90

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