Probst Verbindlichkeit Die Verbindlichkeit hat als Symbol den Handschlag: Hier hast du mein Wort, dass ich alles tun werde, was in meiner Macht steht, den Bund, den wir eingehen, zu halten.
Wo lebe ich, welche Partnerschaft gehe ich ein, und was mache ich eigentlich heute Abend? In der Moderne gibt es immer Optionen, nirgends Schicksal. Es besteht keine gesellschaftliche Not-wendigkeit mehr, sich auf irgendwas festzulegen. Jederzeit verfügbare Menschen sind beliebter, angesehener, erfolgreicher. Verbindliche Menschen gelten dagegen schnell als langweilig.
Maximilian Probst zeigt in seinem Buch anhand praktischer Bei-spiele und gut verständlich: Gerade jetzt, wo zu etwas zu stehen so schwer ist wie nie, erscheint uns gerade das wertvoller denn je. Er beschreibt, wo Verbindlichkeit und Verfügbarkeit sich unvereinbar gegenüberstehen, wie dieser Widerspruch sich auflösen und aufhalten lässt. Subtil, klug und poetisch nimmt er seinen Lesern die Angst, etwas zu verpassen.
Der Philosoph Probst vertritt in diesem Buch die These, dass die Verbindlichkeit durch die Möglichkeit des Scheiterns und die da-raus entstehende Hoffnung auf Vergebung zu einem Schlüsselbegriff unserer Zeit wird, gerade auch weil sie dadurch jeglichen Fundamentalismus zurückweist.

Maximilian Probst: Verbindlichkeit. Plädoyer für eine unzeitgemässe Tugend
Rowohlt Verlag, 2016 / Fr. 26.90

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