Engelman Sigmund Freud 1938 hatte sich Sigmund Freud endlich dazu entschlossen, aus Wien zu fliehen. Die historische Wohnung und Praxis in der Berggasse 19, heute das Sigmund Freud Museum, wurden geräumt. Davor aber hielt Edmund Engelman die Geburtsstätte der Psychoanalyse in allen Einzelheiten in seinen Schwarzweiss-Fotografien fest. Er schuf damit die einzig verfügbaren Aufnahmen jenes Ortes, wo bahnbrechende Werke wie die „Traumdeutung“ verfasst wurden und berühmt gewordene Patientinnen aus und ein gingen: “Ich weiss noch, dass ich aufgeregt war, als ich an jenem Morgen im Mai 1938 durch die leeren Strassen Richtung Berggasse 19 ging. Mein Handkoffer mit den Kameras, dem Stativ und den Filmen schien bei jedem Schritt schwerer zu werden. Ich meinte, jeder Vorübergehende müsse auf den ersten Blick erkennen, dass ich auf dem Weg zu Dr. Sigmund Freuds Domizil war – mit einem Vorhaben, das den Nationalsozialisten wenig gefallen hätte“, schreibt er später.
Seine Porträtaufnahmen von einem von schwerer Krankheit gezeichneten Sigmund Freud, von seiner Frau Martha und seiner Tochter Anna so kurz vor der Flucht sind erschütternde Zeugnisse einer dunklen Zeit.

Edmund Engelman: Sigmund Freud. Wien IX. Berggasse 19
Brandstätter Verlag, 2016 / Fr. 39.50

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