Kanowitsch Kaddisch für mein Schtetl Ein wunderschöner Familienroman voller Poesie, einer Spur Melancholie - aber ganz ohne nostalgische Verklärung: ein Denkmal für die letzten zwanzig Jahre des Schtetls Jonava in Litauen, eine Erinnerung an ein für immer verschwundenes Stück (nicht nur) jüdischen Lebens.
Der junge Schneider Schlojmke wird für zwei Jahre in die litauische Armee eingezogen - in die Kavallerie!
Seine Liebe zu Chanke übersteht diese Zeit, und er setzt sich sogar gegen seine strenge Mutter Roche – genannt Roche-Samurai – durch; die beiden heiraten 1927.
Ihr gemeinsamer Sohn Hirschel – Grigori Kanowitsch – erzählt in diesem wunderbaren Buch die Geschichte seiner Familie in den zwanziger und dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts, die zugleich, ohne dass die Protagonisten es wissen konnten, die Geschichte vom Untergang des Schtetls in Osteuropa ist.
Ein warmherziger, liebevoller Blick zurück, trotz aller Umwälzungen und Bedrohungen der Zeit und vor allem danach, nicht im Zorn, sondern mit viel Sympathie und ein ganz wenig Wehmut.

Und: ein schöner Nachklang an die Bücher von Scholem Alejchem und Manès Sperber, oder auch neuer: die Rabbi Klein-Krimis von Alfred Bodenheimer (der dritte Band erscheint im Februar 2016 und Rabbi Klein kommt nach Basel!) oder die fast unmögliche Liebesge-schichte “Die Hochzeit der Chani Kaufmann“ von Eve Harris …

Grigori Kanowitsch: Kaddisch für mein Schtetl
Aufbau Verlag, 2015 / Fr. 32.50

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