Van Loo Burgund Der Niederländer Bart Van Loo erzählt die Geschichte Burgunds wie Drama, fundiert und spannend wie ein Roman. Das ’vergessene Millennium’ reicht vom antiken Königreich Burgund bis zum mittelalterlichen Herzogtum, das durch seine Burgen und Klöster - wie Cluny und Cîteaux - weit über seine Grenzen hinaus ausstrahlte. Im burgundischen Jahrhundert entstand ein glanzvolles Reich von Dijon im Süden bis nach Brügge, Gent und Amsterdam im Norden, das fast zum eigenen Königreich wurde und bald darauf unterging. Burgund war und ist ein Wunder!

Bart Van Loo: Burgund. Das verschwundene Reich. Eine Geschichte von 1111 Jahren und einem Tag
C.H. Beck Verlag, 2020 / Fr. 43.90

Autissier Klara vergessen

Der Ornithologe Juri kehrt ans Sterbebett seines Vaters Rubin nach Murmansk zurück und wird von ihm auf die Spurensuche nach seiner Grossmutter Klara geschickt. Die Geologin wurde, als Rubin vier Jahre alt war, verhaftet und verschwand im Gulag. Sein Grossvater wie sein Vater schwiegen und litten wortlos. Der Enkel deckt nun nach und nach die verborgene Familiengeschichte auf und erfährt dabei mehr über sich, seinen Vater und seine Grosseltern.
Isabelle Autissier, der seit 1991 bekannten Weltumseglerin, gelingt ein wunderbar ein-fühlender Familienroman mit sehr bewegenden Landschaftsbeschreibungen.

Isabelle Autissier: Klara vergessen
Mare Verlag 2020, Fr. 33.90

Innensicht VPB Psychische Belastungen kommen oft schleichend. Manchmal verschwinden Gefühle wie Angst, Wut oder Traurigkeit nicht mehr, sie werden stattdessen immer bedrückender und bestimmen den Alltag zunehmend.
Ein Gespräch kann wesentlich dazu beitragen, dass es einem besser geht. Über Ängste und negative Gefühle zu reden, ist der erste Schritt zur Besserung. Dabei ist es nicht immer leicht, ein Gegenüber zu finden, das einem zuhört, sich interessiert und mitfühlt.
Dieses Buch zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass es auf fachlich kompetente Weise und gleichzeitig in gut verständlicher Sprache geschriebene Antworten auf viele Fragen im Zusammenhang mit psychischen Belastungen bietet. Es ermutigt, in Dialog zu treten und Vertrauen zu schaffen, sich eingehender mit schwierigen Lebensfragen zu befassen. Da es das gesamte Spektrum an Lebensthemen - von Beziehungskonflikten über Erziehungsfragen, Problemen bei der Bewältigung von Trennungen und Verlusten bis hin zur Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit - umfasst und Einblick in vielseitige Lebenserfahrungen bietet, ist es eine lesenswerte Lektüre für Menschen jeden Alters.

Innensicht. Was Sie schon immer fragen wollten - PsychotherapeutInnen antworten
Herausgegeben von Verband der PsychotherapeutInnen beider Basel, VPB
Asanger Verlag, 2020 / Fr. 34.50

Svensson Das Evangelium der Aale

Ist der Aal ein Fisch? Wie pflanzt er sich fort? Kann sich leblose Materie in lebendige verwandeln, und ist der Aal ein Beispiel dieser Urzeugung? Wie kam es, dass Aale im alten Ägypten mumifiziert, unter den Anhänger*innen des frühen Christentums als geheimes Erkennungszeichen verwendet und mit der irischen Unabhängigkeitsbewegung assoziiert wurden? Dieses Buch erzählt von einem ausserordentlichen Lebewesen und zugleich von über 2'000 Jahren Wissenschaftsgeschichte - nicht allein der Naturwissenschaft, sondern auch der Philosophie. Angefangen mit Aristoteles sind einige der namhaftesten Wissenschaftler in der Geschichte an der "Aalfrage" gescheitert. Immer wie-der gelang es den Aalen, sich der menschlichen Erkenntnis zu entziehen, und dies gilt teilweise bis heute. Der Aal wird schliesslich zum Symbol für unsere komplexe Beziehung zu allem Leben, das uns umgibt und das nicht unser eigenes ist. Interessieren wir uns nur für den Aal, solange er gejagt und gegessen werden darf, oder werden Aale um ihrer selbst willen weiter existieren dürfen? Die Gefahr besteht, dass dieses Lebewesen, das seit mindestens vierzig Millionen Jahren existiert, das Eiszeiten überlebt und Kontinente auseinanderdriften gesehen hat, für immer von der Welt verschwindet.

Patrik Svensson: Das Evangelium der Aale
Hanser Verlag, 2020 / Fr. 31.90

Schorlau Der freie Hund

Antonia Morello, sizilianischer Commissario, wird wegen seines unbeugsames Wirkens gegen die Mafia nach Venedig strafversetzt. Aber die Stadt kann sich nur langsam bei dem ’freien Hund’ beliebt machen – gross ist seine Abneigung gegen das norditalienische Leben und besonders diese Touristenstadt. Sein erster Fall führt ihn gleich wie-der in politische Verstrickungen.
Wolfgang Schorlau webt zusammen mit Claudio Caiolo vergnüglich wie spannend eine neue Krimireihe.

Wolfgang Schorlau/ Claudio Caiolo: Der freie Hund
Verlag Kiepenheuer & Witsch 2020 / Fr. 23.90

Anappara Die Detektive vom Bhoot Basar

Die in Kerala geborene Journalistin befasste sich schon früh mit der Armut und Ungerechtigkeit in ihrem Land und mit der modernen Gesellschaft mit ihren Widersprüchen, den sozialen und religiösen Spannungen und der Korruption. Basierend auf einem wahren Kriminalfall. In Sichtweite der Hochhäuser der oberen Mittelschicht lebt Jai der neunjährige Junge, aus dessen Augen der Roman erzählt wird. Seine illegale Siedlung ist eingeklemmt zwischen dem Basar und der riesigen stinkenden Müllhalde. Ziegen laufen im Pullover he-rum wegen der Kälte und die Menschen haben nur öffentliche Toiletten und Wasserstellen. Jai träumt davon, ein Detektiv zu werden, wie er sie im TV gesehen hat. Als sein Klassenkamerad verschwindet, will er sein Wissen einbringen und ihn wieder finden. Zu Dritt streunen sie durch das Quartier mit offenen neugierigen Augen und Ohren und bedeckter Nase wegen des Smogs. Immer mehr Kinder verschwinden, und die drei verfolgen ihre Spuren zwischen düsteren Häusern, reden mit Unbekannten und fahren sogar verbotenerweise mit der Untergrundbahn zum grossen Bahnhof.
Packend und lebendig geschrieben - wir tauchen ein in eine fremde Welt, und wer Mühe hat, die vielen indischen Ausdrücke zu verstehen, findet hinten im Buch ein Glossar. Das vielschichtige indische Leben mit seinen Düften und Farben nimmt uns gefangen.

Deepa Anappara: Die Detektive vom Bhoot-Basar
Rowohlt Verlag, 2020 / Fr. 33.90

Schneider Hunkeler in der Wildnis

Ein friedlicher, sonniger Sonntagmorgen im Kannenfeldpark - plötzlich schreckt ein Schrei Peter Hunkeler bei seinem ersten Café auf: Eine Spaziergängerin hat hinter den Büschen einen Toten entdeckt!
Auch wenn er inzwischen in Rente ist, Polizist Polizist, zumindest für seine Mitmenschen. Wohl oder übel muss Hunkeler nachsehen. Und merkt, dass er den Toten sogar kennt: einen bekannten Journalisten und Kunstkritiker.
Der bekannte Kritiker und Feuilletonist Heinrich Schmidinger tot, zwischen verstreuten Boule-Kugeln, mit eingeschlagenem Schädel. Peter Hunkeler, pensionierter Kommissär des Kriminalkommissariats Basel, hat das Pech, in der Nähe zu sein. Dabei will er nichts mit dem Fall zu tun haben. Ihn zieht es fort von Mord und Totschlag, in die weite Landschaft des El-sass. Und doch kann er es am Ende nicht lassen, seine eigenen Nachforschungen anzustellen. Er spricht mit Künstlern und Lebenskünstlern, die Schmidinger gekannt haben, eine seltsame menschliche Fauna am Rande der Gesellschaft; und erfährt: Ob in den elsässischen Wäldern oder mitten in der Stadt Basel, überall lauert die Wildnis.

Hansjörg Schneider: Hunkeler in der Wildnis. Der 10. Fall
Diogenes Verlag 2020 / Fr. 30.-

Kost Ausleben

Menschen zwischen 83 und 111 schauen auf ihr Leben zurück – und wagen den Blick nach vorne: von der Bergbäuerin über den Nobelpreisträger bis zum ehemaligen Verdingbub
«Man kann auch im Alter nicht stillstehen. Es geht immer weiter, der Endlichkeit entgegen.» Monica Gubser (1931–2019)
Wie möchten Sie am liebsten sterben? Fürchten Sie sich vor dem Tod? Kann man mit dem Tod Frieden schliessen? Im Porträtbuch Ausleben erzählen fünfzehn Frauen und Männer über 80 von ihren Gedanken, Ängsten und Hoffnungen in Bezug auf ihren eigenen Tod. Sie erzählen aus ihrem Leben und sagen, wie es sich anfühlt, nach vorne zu schauen. Der letzte Lebensabschnitt stellt uns alle vor grosse Herausforderungen: In Würde zu altern und schliesslich zu sterben ist eine Lebensendaufgabe. Trotzdem – oder gerade deshalb – verliert der Tod für viele alte Menschen an Schrecken. Einige entwickeln sogar eine Art freundschaftliches oder humorvolles Verhältnis zu ihm. Die Nähe zum Tod, gepaart mit der Lebenserfahrung alter Menschen, ist berührend und inspirierend.

Mena Kost und Annette Boutellier (Photos): Ausleben. Gedanken an den Tod verschiebt man gerne auf später
Christoph Merian Verlag, März 2020 / Fr. 29.-

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