Sciascia Einmal in Sizilien

Sizilien! Irgendwann dürfen wir wieder dahin (und auch anders-wohin reisen) – bis es soweit ist, können wir zum Glück wenigstens lesen und die Welt (in diesem Fall Sizilien) von einer anderen Seite kennen lernen!
Zum Beispiel mit dieser kleinen, aber feinen Sammlung mit Texten des Lehrers und Chronisten Leonardo Sciascia (1921-1989).
Archaisch ist diese Welt, schön, verwirrend; und manchmal kann selbst das unglaublich gleissende Licht des tiefen Südens nicht bis in die dunklen Verflechtungen vordringen.
Sein Leben lang hat Leonardo Sciascia immer wieder über seine In-sel geschrieben: über brutale Gutsherren, ausgebeutete Arbeiter in den Schwefel- und Salzminen, über habgierigen Adel, Kinderarmut, über Honoratioren, die sich immer wieder etwas Neues einfallen las-sen, um die Bauern auszupressen, und deren einzige Hinterlassen-schaft auf Erden die Mulde im Sessel des Clubs ist.
Die faschistische Vergangenheit hat dieses Leben ebenso geprägt wie die Machenschaften der Mafia. Präzise und schnörkellos schreibt der Schullehrer Sciascia seine Beobachtungen auf – und malt dabei ein faszinierendes Bild, das uns diese so tragische wie schöne Welt ein Stück näherbringt.

Leonardo Sciascia: Einmal in Sizilien
Wagenbach Verlag, 2021 / Fr. 26.50

Kosmos Magazin

Ganz neu - grad noch rechtzeitig vor Weihnachten
KOSMOS - Das Magazin für Mädchen (und den Rest der Welt)
Endlich ein tolles Heft für Mädchen von ca. 8-13 Jahren: klug, schön, lustig, mutig und inspirierend; nachhaltig und ökologisch in der Schweiz produziert.... - ein rundum gelungenes Projekt!
Wenn Sie in Ihrem Umfeld eine passende Leserin kennen, ist KOSMOS das perfekte Weihnachtsgeschenk - und reicht für ein ganzes Jahr!
Damit Sie das erste Heft rechtzeitig für unter den Weihnachtsbaum haben, können Sie es am einfachsten hier bei uns in der Buchhandlung abholen und ggf. gleich ein Abonnement notieren - Mail oder Telephon genügt.

Einzelheft: Fr. 19.-
Jahresabonnement (6 Ausgaben): Fr. 99.-

Behrend Menschwerdung eines Affen

«Der Affe, der Mensch werden will, bin ich, eine (Berliner) Ethnologin.»
Ende der 1970er Jahre lebt Heike Behrend in den Tugenbergen in Kenia und versucht vom Kolonialismus möglichst unberührte Traditionen zu erforschen. Schnell zeigt sich, dass dies kein einfaches Unterfangen ist, vor allem, wenn die Ethnografierten die junge Forscherin als «Affe» bezeichnen. Jahre später nimmt sie uns mit nach Uganda, um der christlichen Armee «Holy Spirit Mobile Forces» der Prophetin und Heilerin Alice Lakwena auf die Spur zu kommen, und versucht, an Geisterbeschwörungen teilzunehmen – was aber gar nicht so einfach ist. Als «Kannibalin» erkannt wird sie gar während ihres Aufenthalts in Uganda in den 1990er Jahren, als die Aidsepidemie auf ihrem Höhepunkt ist und der Kult um den Kannibalismus neu aufflammt.
Mit der Entkolonialisierung Afrikas geriet die Ethnologie in eine schwere Krise. Die damit einsetzende Selbstreflexion wird von Behrend einfühlsam und selbstkritisch beschrieben und legt die Verstrickungen mit den Ethnografierten offen. Sie zeigt, dass Feldforschungen ihren je eigenen Verlauf nehmen, da auch die Menschen vor Ort Interessen und Projekte haben. Sie anerkennt die Beobachteten als Handelnde und lässt sie ihrerseits das Menschsein der sie Erforschenden ihn Frage stellen.

Heike Behrend: Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnologischen Forschung
Verlag Matthes & Seitz, 2020 / Fr. 35.90

Pym In feiner Gesellschaft

England ab 1902 und London in den fünfziger Jahren – Laura Willowes, genannt Lolly und Dulcie Mainwaring – zwei Frauen, nicht mehr ganz jung, aus gut situierten Verhältnissen….
Zwei ähnliche Leben oder 'Schicksale' und doch so ganz anders; beide suchen ihren Weg und Platz in der Gesellschaft zwischen Konventionen, Tradition und eigenen Wünschen – sehr britisch, mit feinem englischen Humor und doch: zum Glück hat sich vieles geändert und wir können diese beiden, fast schon Literaturklassiker, mit grossem Vergnügen lesen – am besten gleich hintereinander…

Townsend Warner Lolly Willowes Sylvia Townsend Warner: Lolly Willowes oder Der liebevolle Jägersmann (Lolly Willowes)
Dörlemann Verlag, 2020 / Fr. 34.-
Barbara Pym: In feiner Gesellschaft (No Fond Return of Love)
DuMont Verlag, 2020 / Fr. 28.90
Moore Schwarzrock

Für Père Laforgue erfüllt sich sein Traum: Er kommt als Jesuit in die Neue Welt, um unter Lebensgefahr 'Wilde' zu missionieren und - im besten Fall - sogar ein Märtyrer zu werden.
Doch je länger er deren Leben teilt, desto mehr beginnt er sie zu begreifen und zu zweifeln. Die gemeinsame Fahrt den Fluss hinauf nach Norden durch Feindesland, dem Winterlager entgegen, wird zur Bewährungsprobe.
Basierend auf Augenzeugenberichten aus dem frühen 17. Jahrhundert und vielen, genau recherchierten Details erzählt Brian Moore eine spannende Abenteuergeschichte und den traumatischen Zusammenstoss zweier komplett unterschiedlicher Kulturen und Weltbilder.

Brian Moore: Schwarzrock (Black Robe)

Diogenes Verlag, 2020 / Fr. 32.-

Binet Eroberung

Was wäre wenn? … die Wikinger Amerika nicht nur entdeckt hätten, sondern dort geblieben wären und sich mit ihren Pferden und Waffen integriert hätten? Was wenn Kolumbus kläglich gescheitert und nie zurück gekehrt wäre?
Und dann? Der Inkakönig Atahualpa landet im 16. Jahrhundert in Portugal, besiegt Karl V. in Frankreich und die Anhänger der Inquisition in Spanien. In Deutschland helfen ihm die Fugger, das viele Gold zu verteilen. Im Herzen von Paris wird eine Pyramide errichtet, in Wittenberg schlägt man nach Luthers Tod die '95 Thesen der Sonne' an. Federschmuck ziert die Häupter der Europäer, auf den Feldern wächst Quinoa, Schafe sind heilig...
Eine mit sprühendem Witz und grosser Fabulierlust geschriebene alternative Weltgeschichte - ein brillanter Abenteuerroman.

Laurent Binet: Eroberung (Civilizations)

Rowohlt Verlag, 2020 / Fr. 33.90

Adiga Amnestie

Der neuste Roman von Aravind Adiga ('Der weisse Tiger ') erzählt Dannys Geschichte.
Danny ist Flüchtling aus Sri Lanka, der sich illegal in Australien mit Putzjobs durchbringt. Erst unauffällig und möglichst unsichtbar, steht er nun auf der Schwelle zur Legalität, als eine seiner Kundinnen ermordet wird. Dies bringt ihn in einen tiefen Gewissenskonflikt.
Die Leser*innen erfahren viel von seinem Alltag, seiner Geschichte und seiner möglichen Zukunft. Die Ermittlungen begleiten uns durch den lebendig geschriebenen Roman, der sich politisch-literarisch der Frage von Identität und (Il-)Legalität widmet.

Aravind Adiga: Amnestie
C.H. Beck Verlag, 2020 / Fr. 33.90

Othmann Die Sommer

Leyla ist Tochter einer Deutschen und eines ezidischen (jesidischen) Kurden. Jeden Sommer fährt die Familie nach Syrien und besucht die Familie des Vaters. Sie leben zusammen, sitzen auf dem Boden und schlafen auf dem grossen Bett mit der Grossmutter.
Jedes Jahr muss sich Leyla wieder neu bemühen, die Weinblätter richtig zu füllen und zu falten, die Abwassergräben im Dorf blind zu überspringen, auf Schlangen aufzupassen und auf so vieles mehr, was die Dorfkinder einfach im Griff haben.
In der Nähe von München geht sie ins Gymnasium, hier fühlt sie sich oft unverstanden, wegen der Herkunft des Vaters und auch, weil sie hier tagsüber sehr häufig allein ist.
Es ist ein völlig anderes Leben. Leyla hat Mühe ihren Weg zu finden, besonders als im Syrienkonflikt Assad Aleppo vernichtet und der IS die Eziden ermordet - daneben die Bilder ihrer unbekümmerten Freunde aus dem deutschen Alltag. Sie ist verliebt, in eine Studentin. Darüber kann sie mit ihrer Familie nicht reden. Eine Entscheidung drängt sich auf.
Die Autorin hat ebenfalls kurdisch-ezidische Wurzeln – sie ist Journalistin und Schriftstellerin, studiert Deutsche Literatur in Leipzig. Der (nicht biographische) Roman ist spannend und sehr informativ.

Ronya Othmann: Die Sommer
Hanser Verlag, 2020 / Fr. 31.90

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